13.03.2010

GDC 2010 - Der vierte Tag

Die Games Developer Conference in San Francisco gehört zu den wichtigsten Branchenkonferenzen der Welt. Dieses Jahr nehmen wir - fünf Game-Wissenschaftler aus Nordrhein-Westfalen - an der kalifornischen GDC teil. Gemeinsam berichten wir in unserem Blog, welche Vorträge wichtig und interessant waren.

Der Höhepunkt des heutigen Tages kam gleich am Vormittag: die Keynote des Branchen-Veteranen Sid Meier (Civilization, Railroad Tycoon und Pirate). Er sprach zur "Psychology of Gaming". Seine Grundthese: Game Designer mögen zu logischem Denken neigen, um jedoch die Wünsche der Spieler zu verstehen und zu erfüllen, müssen sie lernen, psychologisch zu denken.

Sid Meier

Der typische Spieler erwarte nicht, logische Konsequenzen seiner Handlungen, sondern die Erfüllung seiner psychischen Sehnsüchte: "In the real world you don't always win, however in the world of games, you always win." Oder: "Everyone is above average" und "2/1 is not equal to 20/10".

Die Keynote bewies einmal mehr, was alle in unserer Gruppe bei dieser GDC immer wieder beobachteten: Dass viele Praktiker der Gamesbranche bisweilen mit einem gewissen Dilettantismus neu zu erfinden oder aus dem Bauch zu erschließen versuchen, wozu es lange schon gesichertere Erkenntnisse gibt - teils in den Wissenschaften, teils im Erfahrungswissen verwandter älterer Branchen wie etwa dem Film.

Am Nachmittag besuchten wir dann das von der GDC Europe veranstaltete Executive Get-Together. In der großzügigen Suite im 32. Stockwerk des Marriott Hotels kam es dabei zu einer angeregten Diskussion zwischen unserem Kollegen Maic Masuch, Professor für Medieninformatik in Duisburg-Essen, und meinem Bruder Ortwin Freyermuth, der seit einem Vierteljahrhundert als Produzent ("Carlito's Way") und Filmanwalt tätig ist, aber seit einigen Jahren auch für Gamer wie Chris Roberts ("Wing Commander") und Gamefirmen wie Crytek arbeitet.

Die Debatte zwischen den beiden um die GDC, die Defizite der Gamesbranche und was sie insbesondere vom Film lernen könnte, wurde so interessant, dass ich schließlich eine Westerwelle machte und meinen Bruder mit Maic vor die Kamera zerrte:



 

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